Interviews

Interview mit Streckenchef Thomas Neuner vom Tourismusverband Pitztal

„Anspruchsvolle Strecke, tolle Labestationen und perfekte Unterstützung seitens der Bergrettung“

PAGT15: Thomas, Du warst im Vorfeld für die Streckenkonzeption des Pitz Alpine 2015 zuständig. Was war Dein Highlight der diesjährigen Veranstaltung?

Thomas: Bezogen auf die Strecke war das Highlight sicher die Querung des Mittelberggletschers. Das war speziell und vielleicht sogar einzigartig bei einem Trail Runnig-Bewerb. Hervorzuheben ist hier die Disziplin der Läufer, die sich alle an die Vorgabe Spikes anzulegen gehalten haben. Außerdem Danke an die Begrettung, die zur Unterstützung ein Seil gelegt hatten, welches aber von den meisten Läufern nicht in Anspruch genommen werden musste.

PAGT15: Wie lange hast Du letztlich an der Strecke gearbeitet?

Thomas: Seit dem vergangenen November die Entscheidung gefallen ist, dass wir als Tourismusverband dieses Jahr den Pitz Alpine Glacier Trail eigenverantwortlich ausrichten, beschäftige ich mich schon mit der Streckengestaltung. Dabei wurde ich besonders von Aron Melmer, dem Obmann der Bergrettung Innerpitztal und den erfahrenen einheimischen Trail-Läufern Reinhard „Gustl“ Wohlfarter und Alexander Gstir unterstützt.

PAGT15: Welches Feedback von Läufern hast Du zur Strecke bekommen:

Thomas: Sehr schwierig zu Laufen, extrem anspruchsvollen mit vielen Höhenmetern am Stück. Viele sagten, es sei der schwerste 100 Kilometer-Ultra ihres Lebens gewesen.

PAGT15: Was sind Deiner Meinung nach kritische Aspekte der Strecke?

Thomas: Wir werden versuchen, die Strecke etwas laufbarer zu machen. Dabei ist uns aber die ehrliche Meinung der Läufer wichtig, die wir natürlich in die Planung für nächstes Jahr einbeziehen werden.

PAGT15: Du warst ja auch für die Labestationen zuständig, die von allen Läufern sehr gelobt wurden…

Thomas: Das freut uns naütlrich! Die gute Versorgung der Läufer ist uns und unserem Partner Laufwerkstatt sehr wichtig. Logistisch war die Versorgung der Labestationen im hochalpinen Gelände sehr aufwändig. Die Kaunergrathütte zum Beispiel wird nur per Hubschrauber versorgt. Insgesamt war das Entgegenkommen der Hütten Kaunergrathütte, Taschachhaus und Tiefentalalm großartig!

PAGT15: Abschließend noch ein Ausblick auf 2016?

Thomas: Der hochalpine Charakter des Pitz Alpine wird bleiben, so ist die Topographie des Pitztals. Aber genau das reizt ja auch viele Läufer. Natürlich wollen wir uns in allen Bereichen ständig verbessern, von der Streckenmarkierung bis zur -gestaltung.

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Streckenchef Thomas Neuner vom Tourismusverband Pitztal

Interview mit Veranstalter Gerhard Gstettner, Geschäftsführer des Tourismusverbands Pitztal

„Persönliches Verhältnis zu den Läufern ist das Besondere im Pitztal, einzigartige und kontrastreiche Strecke und zweites Trail Running Symposium im Vorfeld des Pitz Alpine 2016“

PAGT15: Was ist dein Fazit zum Pitz Alpine 2016?

Gerhard: Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung und freuen uns natürlich über das positive Feedback der Läufer. Was mich begeistert ist der Zusammenhalt, der bei einem solchen Event entsteht. Es entsteht ein beinahe schon emotionales und freundschaftliches Verhältnis zu den Läufern, mit denen man gemeinsam die Höhen und Tiefen eines Ultra-Rennens durchlebt. Außerdem hat sich das „Kleeblatt“ bewährt, also die Streckenführung, die immer wieder ins Zielstadion nach Mandarfen führt und von dort auf die verschiedenen Runden.

PAG15: Was ist für dich das Besondere am Pitz Alpine Glacier Trail?

Gerhard: Das Besondere bei unseren Veranstaltungen ist die familiäre, die persönliche Ebene zwischen Teilnehmern und Veranstalter. Das gilt zum Beispiel auch für das Pitztal Wild Face im Winter oder den Gletschermarathon. Die Teilnehmer kennen uns, wir sind vor Ort bei den Veranstaltungen und Ansprechpartner für alle großen und kleinen Anliegen. Sicherlich liegt das auch daran, dass wir keine Massentourismusregion sind und bei uns alles überschaubar ist. Des Weiteren ist natürlich unsere Strecke das wirklich Besondere: der Läufer ist fast immer über der Waldgrenze und erlebt eine hochalpine Landschaft vom Feinsten, dabei fällt besonders der Kontrast zwischen Almwiesen, Gletschereis und Fels auf.

PAGT15: Wo gilt es sich zu verbessern?

Gerhard: Wir arbeiten ständig daran, die Qualität der Veranstaltung zu erhöhen und in jedem Bereich besser zu werden. Besonderes Augenmerk werden wir zukünftig auf das Zeitmanagement legen, welches dieses Jahr nicht optimal wir. Es ist nicht gut, wenn der P100-Sieger erst spät am Abend im Ziel eintrifft.

PAGT15: Kannst du einen kurzen Ausblick auf 2016 geben?

Gerhard: Für 2016 arbeiten wir an einem attraktiveren Zielgelände mit Rahmenprogramm und Live-Informationen für die Zuschauer. Der Termin ist auch schon fixiert: 5. – 7. August 2016. Und im Vorfeld des Pitz Alpine 2016 findet auch das zweite Trail Running Symposium mit höchst interessanten Fachvorträgen, Praxisworkshops und Produkttests statt. Die Premiere dieses Jahr war schon sehr vielversprechend!

Siegerehrung 100 und 85 pagt15 (18)
Tourismusverbands-Geschäftsführer Gerhard Gstettner (links) hebt den familiären Charakter der Veranstaltung hervor
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